Der Grundofen-Ratgeber aus der Ofenmanufaktur Colnrade

Grundofen: wie er funktioniert, was er kann und für wen er sich lohnt

Ein Grundofen heizt anders als jeder Kaminofen. Er nimmt die Energie eines kurzen, heißen Feuers in seiner schweren Speichermasse auf und gibt sie über viele Stunden als milde Strahlungswärme an den Raum ab. Auf dieser Seite erklären wir als Hersteller, was dahintersteckt, wo die Grenzen liegen und worauf Sie bei Planung und Kauf achten sollten.

Kurz gesagt: Ein Grundofen ist ein Speicherofen mit großer Speichermasse. Sie heizen ihn ein- bis zweimal am Tag kräftig an, danach wärmt er ohne weiteres Zutun. Er eignet sich für alle, die gleichmäßige, angenehme Wärme über den Tag wollen. Wer nur abends für ein, zwei Stunden ein Feuer sehen möchte, ist mit einem Kaminofen besser bedient.

Was ist ein Grundofen?

Ein Grundofen ist die ursprünglichste Form des Speicherofens. Klassisch wird er vom Ofensetzer direkt vor Ort aus Schamottesteinen gemauert: ein Feuerraum, daran anschließend lange Rauchgaszüge, außen eine Hülle aus Kacheln oder Putz. Das Prinzip ist seit Jahrhunderten dasselbe. Das Feuer brennt kurz und heiß, die heißen Rauchgase geben ihre Wärme auf dem Weg zum Schornstein an die Speichermasse ab, und die Masse strahlt sie langsam an den Raum zurück.

Anders als bei einem Kaminofen oder einem Warmluft-Kachelofen steckt im Grundofen kein Heizeinsatz aus Metall, der die Raumluft schnell aufheizt. Die gesamte Wärme geht den Umweg über die Speichermasse. Das macht den Grundofen träge beim Anheizen, aber ausdauernd beim Wärmen.

Heute gibt es neben dem gemauerten Grundofen auch vorgefertigte Speicheröfen, die nach demselben Prinzip arbeiten, aber nicht Stein für Stein vor Ort aufgebaut werden müssen. Der Bremer Grundofen gehört zu dieser Gruppe: Sein Speicherkern besteht aus übereinandergesetzten Ringen aus Keumalit, einem Gusswerkstoff mit sehr hoher Dichte, den wir in unserer Manufaktur in Colnrade von Hand gießen, glasieren und brennen.

So funktioniert ein Grundofen

Der Ablauf ist bei jedem Grundofen derselbe, ob gemauert oder vorgefertigt:

  1. Kräftig anheizenSie legen eine volle Ladung Holz auf und zünden sie an. Ein Grundofen will kein Schwelfeuer, sondern einen zügigen, heißen Abbrand. Hohe Temperaturen sorgen für eine saubere Verbrennung mit wenig Rauch.
  2. Die Speichermasse lädt sich aufWährend das Holz abbrennt, nimmt die Masse des Ofens die Wärme auf. Je mehr Wärme sie aus Feuer und Rauchgas aufnimmt, bevor das Abgas in den Schornstein geht, desto höher der Wirkungsgrad. Der Bremer Grundofen erreicht als Scheitholzvariante einen Wirkungsgrad von 85 %.
  3. Die Wärme wird abgestrahltIst das Feuer heruntergebrannt, wird die Luftzufuhr geschlossen. Die aufgeladene Masse gibt ihre Wärme jetzt über viele Stunden gleichmäßig als Strahlungswärme ab, auch wenn im Ofen längst nichts mehr brennt.

Was bedeutet Wärmerückgewinnung beim Grundofen?

Mit Wärmerückgewinnung ist gemeint, möglichst viel Wärme aus dem heißen Rauchgas herauszuholen, statt sie durch den Schornstein zu verlieren. Beim gemauerten Grundofen übernehmen das lange Rauchgaszüge, beim Bremer Grundofen der Keumalit-Speicherkern. Wer zusätzlich Wärme ins Heizungssystem oder in den Warmwasserspeicher bringen möchte, kann einen Grundofen auch wasserführend ausführen lassen. Beim Bremer Grundofen ist das auf Wunsch möglich, das besprechen wir im Einzelfall, weil es von Ihrer Heizungsanlage abhängt.

Warum sich Strahlungswärme anders anfühlt

Ein Kaminofen erwärmt vor allem die Luft. Die warme Luft steigt nach oben, kühlt ab, sinkt wieder und hält den Raum so in Bewegung. Strahlungswärme dagegen trifft direkt auf Wände, Möbel und Menschen, ähnlich wie die Sonne an einem kühlen Frühlingstag. Viele empfinden das als behaglicher, schon bei etwas niedrigerer Lufttemperatur. Weil weniger Luft umgewälzt wird, wird auch weniger Staub aufgewirbelt.

Querschnitt durch den Bremer Grundofen mit Feuerraum und Keumalit-Speicherkern
Querschnitt durch den Bremer Grundofen: Feuerraum und Speicherkern aus Keumalit-Ringen.

Der Unterschied in einem Bild: wann welcher Ofen wärmt

Der wichtigste Unterschied zwischen Grundofen und Kaminofen ist nicht die Menge an Wärme, sondern wann sie im Raum ankommt. Ein Kaminofen gibt seine Energie in ein bis zwei Stunden ab und kühlt danach aus. Ein Grundofen braucht länger, bis er warm wird, hält die Wärme dafür aber über viele Stunden.

Wärmeabgabe von Kaminofen und Grundofen im Zeitverlauf Schematische Darstellung. Der Kaminofen erreicht kurz nach dem Anheizen eine hohe Spitze und fällt nach ein bis zwei Stunden fast auf null. Der Grundofen steigt langsamer an, erreicht eine niedrigere, breite Kuppe und gibt über viele Stunden Wärme ab. Feuer brennt Kaminofen Grundofen Zeit nach dem Anheizen → Wärme an den Raum

Schematische Darstellung zur Veranschaulichung, keine Messkurve. Der genaue Verlauf hängt von Ofen, Holzmenge und Raum ab.

Grundofen, Kachelofen, Kaminofen: der Vergleich

Die Begriffe werden oft durcheinandergeworfen. „Kachelofen“ beschreibt eigentlich nur die Hülle aus Kacheln, darunter kann ein Grundofen oder ein Warmluftofen stecken. „Speicherofen“ ist der Oberbegriff für alle Öfen, die Wärme in ihrer Masse speichern, der Grundofen ist seine klassische Form.

Merkmal Kaminofen Warmluft-Kachelofen Gemauerter Grundofen Bremer Grundofen
Wärmeart überwiegend Konvektion (warme Luft) überwiegend Konvektion, etwas Speicherwärme Strahlungswärme aus der Speichermasse Strahlungswärme aus Keumalit, optional mit Konvektor für schnelle Wärme
Wärmedauer kurz, solange das Feuer brennt mittel viele Stunden nach dem Feuer viele Stunden nach dem Feuer
Anheizen regelmäßig nachlegen regelmäßig nachlegen ein- bis zweimal am Tag ein- bis zweimal am Tag, im Pelletbetrieb brennt eine Füllung von rund 4 kg etwa 1,5 bis 2 Stunden
Aufbau fertiges Gerät vom Ofensetzer vor Ort gesetzt vom Ofensetzer vor Ort gemauert in der Manufaktur gefertigt, Montage in der Regel an einem Tag
Brennstoff Scheitholz, je nach Modell Briketts Scheitholz Scheitholz Scheitholz, mit O’Tarc® auch Holzpellets
Strom nein nein nein nein, auch im Pelletbetrieb
Passt zu Feuer am Abend, schnelle Wärme Wärme und Feuer im Wohnraum Dauerwärme, individuelle Gestaltung Dauerwärme ohne Baustelle, Unabhängigkeit vom Strom

Allgemeine Einordnung der Bauarten. Einzelne Modelle können abweichen.

Vorteile und Nachteile eines Grundofens

Ein Grundofen ist kein Ofen für jeden. Wir sagen Ihnen lieber vorher, wo die Grenzen liegen, als dass Sie es nach dem Kauf merken.

Was für ihn spricht

  • Gleichmäßige Wärme über viele Stunden, ohne Temperaturspitzen
  • Wenig Aufwand im Alltag: anheizen, abbrennen lassen, fertig
  • Hoher Wirkungsgrad durch heißen Abbrand und Speichermasse
  • Heizt ohne Strom, auch bei einem Stromausfall
  • Angenehme Strahlungswärme, die weniger Staub aufwirbelt
  • Langlebig, weil Keramik nicht rostet und sich nicht verzieht

Was Sie wissen sollten

  • Träge: Bis der Ofen spürbar wärmt, dauert es länger als beim Kaminofen
  • Schwer: Die Speichermasse braucht einen tragfähigen Boden
  • Höhere Anschaffungskosten als ein einfacher Kaminofen
  • Ein Raumheizer: Er ersetzt in den meisten Häusern keine Zentralheizung
  • Feuer zum Zuschauen nur während des Abbrands, nicht den ganzen Abend
  • Brennholz muss trocken gelagert werden

Für wen sich ein Grundofen lohnt

Er passt gut, wenn Sie …

  • tagsüber zu Hause sind und durchgehend Wärme wollen
  • eine Wärmepumpe haben und sie an kalten Tagen entlasten möchten
  • unabhängig von Strom und Gasversorgung heizen wollen
  • in einem gut gedämmten Haus wohnen, in dem milde Dauerwärme reicht
  • wenig nachlegen, aber trotzdem mit Holz heizen möchten

Er passt weniger, wenn Sie …

  • nur ab und zu abends ein Feuer sehen möchten
  • einen Raum in wenigen Minuten aufheizen wollen
  • das ganze Haus allein mit dem Ofen beheizen möchten
  • keinen geeigneten Schornstein haben und keinen nachrüsten können

Wenn Sie zwischen beiden Spalten schwanken: Der Bremer Grundofen lässt sich mit einem regelbaren Konvektor-Modul ergänzen. Es gibt einen Teil der Wärme schneller an den Raum ab und mildert damit die Trägheit, ohne den Speichercharakter aufzugeben.

Grundofen und Wärmepumpe: ein gutes Paar

Eine Wärmepumpe arbeitet am wirtschaftlichsten, wenn es draußen mild ist. An kalten Tagen braucht sie deutlich mehr Strom. Genau dann kann ein Grundofen im Wohnbereich einen Teil der Heizlast übernehmen. Und fällt der Strom aus, heizt er weiter, weil er weder Pumpe noch Steuerung braucht.

Wie sich das auf Ihre Heizkosten auswirkt, rechnen wir im Heizkostenvergleich Wärmepumpe vs. Grundofen vor.

Planung: Schornstein, Statik und Genehmigung

Ein Grundofen braucht keine Baugenehmigung im üblichen Sinn, aber er muss zu Ihrem Haus passen und vor der ersten Nutzung abgenommen werden. In dieser Reihenfolge gehen Sie am besten vor:

  1. Schornstein prüfenDer Ofen braucht einen geeigneten Schornstein mit passendem Querschnitt und ausreichendem Zug. Bei bestehenden Schornsteinen prüfen wir das vorab, auf Wunsch mit einer Schornsteinberechnung.
  2. Aufstellort und Boden klärenWegen der Speichermasse ist ein Grundofen schwer. Der Boden muss das Gewicht tragen, bei Holzbalkendecken oder im Obergeschoss lohnt ein Blick auf die Statik. Dazu kommen die Abstände zu brennbaren Bauteilen.
  3. Bezirksschornsteinfeger einbeziehenEr muss den Ofen vor der ersten Inbetriebnahme abnehmen. Am einfachsten sprechen Sie ihn schon in der Planung an. Den Prüfbericht des Ofens stellen wir Ihnen und ihm zur Verfügung.
  4. Als Mieter: Vermieter fragenIn einer Mietwohnung brauchen Sie für den Einbau die Zustimmung des Eigentümers.

Welche Vorgaben im Einzelnen gelten, regeln die Feuerungsverordnung Ihres Bundeslandes und die 1. BImSchV. Neue Öfen müssen deren Grenzwerte der Stufe 2 einhalten. Beide Modelle des Bremer Grundofens sind nach EN 15250 typgeprüft und erfüllen sie, die Messwerte finden Sie auf der Seite Technik.

Was ein Grundofen kostet

Ein Grundofen kostet in der Anschaffung deutlich mehr als ein einfacher Kaminofen, arbeitet dafür effizienter und hält bei guter Pflege sehr lange. Gemauerte Grundöfen sind Einzelstücke vom Ofensetzer, ihre Preise fallen entsprechend unterschiedlich aus. Strom verbraucht ein Grundofen nicht.

Welche Entscheidungen den Preis beim Bremer Grundofen bestimmen, zeigen wir transparent auf der Seite Was ein Grundofen kostet. Wer bei der Glasur flexibel ist, findet im Sonderverkauf Ausstellungsöfen und fertige Ringsätze.

Bremer Grundofen in Orange im Wohnzimmer, davor ein Hund
Ein Bremer Grundofen im Wohnraum. Jeder Ofen wird auf Bestellung in Colnrade gefertigt.

Den Bremer Grundofen sehen, anfassen und planen

Seit 2009 fertigen wir den Bremer Grundofen in unserer eigenen Manufaktur in Colnrade, hervorgegangen aus dem 1984 gegründeten Ofenhaus. Stellen Sie Ihren Ofen im Konfigurator zusammen oder besuchen Sie unsere Ausstellung. Wir prüfen Schornstein und Aufstellort mit Ihnen und montieren deutschlandweit, in der Regel an einem Tag.

Lieber persönlich? 04434 / 94 84 66